Strategie

Forschung / Copyright J.Luc Stadler
recherche-956-copyright-jluc-stadler.jpg

Strategie und Ziele

Der Erfolg des Projektes Metropolregion ist auch davon abhängig, inwieweit es gelingt, die Schlüsseleinrichtungen und Akteure dazu zu bewegen, sich dauerhaft zu engagieren. Hierfür ist interne Kommunikation, die Schaffung von relevanten Anreizstrukturen sowie eine auch kurzfristig erkennbare Erzeugung von Mehrwerten erforderlich. Hierzu zählt auch die Möglichkeit zur Ausschreibung von Geldern für Forschung, Lehre und Innovation im Oberrheinraum, die in einem Verfahren auf der Grundlage fachwissenschaftlicher Gutachten vergeben werden sollen. Um das Forschungspotenzial am Oberrhein besser ausschöpfen zu können, ist in diesem Sinne eine strukturierte Vorgehensweise und die Schaffung von finanziellen Ressourcen notwendig.

  • Im November 2010 haben die Akteure des Oberrheins die Strategie „Gemeinsam handeln und gestalten“ verabschiedet. Sie ist eine Art „Fahrplan“ für die Erreichung der gemeinsamen Ziele der Metropolregion. Für die Säule „Wissenschaft“ der TMO zielt sie darauf ab, den Oberrhein zu einer Wissensregion zu machen.
  • Zusammenfassung der Strategie: Auf dem Weg zur Wissensregion am Oberrhein

Forschung und Bildung bilden die wesentlichen Rahmenbedingungen für jedwede Kreativität und Innovation in den Unternehmen. In diesem Bereich konnte eine breite grenzüberschreitende Vernetzung aller Akteure am Oberrhein noch nicht umgesetzt werden. Vor allem fehlt es noch an einer gemeinsamen Strategie und an gemeinsamen politischen Initiativen.

Um diesem Zustand Einhalt zu gewähren, wurden folgende Maßnahmen angedacht:

  • Eine stärkere Vernetzung und größere Transparenz (Beispielhafte Projekte: jährlich veranstaltete Wissenschaftswoche, Deutsch-Französische Berufsschule, Austausch von „good practices“),
  • Eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Hochschulen (Beispielhafte Projekte: Einrichtung weiterer integrierter Studiengänge, Förderung der Mobilität von Lehrenden und Studierenden, gemeinsame Lehrstühle, verstärkte Forschungszusammenarbeit)
  • Förderung von Innovation und Forschung in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft (Beispielhafte Projekte: Umweltinstitut Oberrhein, Innovation Observatory für den Oberrhein, Workshops und Netzwerktreffen)
  • Darstellung des Oberrheinraumes als Exzellenzregion des Wissens (Beispielhafte Projekte: Lobbying-Veranstaltungen, Broschüre „Trinationale Studiengänge am Oberrhein“)
  • Neben den anerkannten Spitzenpositionen (Chemie, Lebenswissenschaften…) bestehen weitere Wissenschaftsbereiche, die am Oberrhein zwar traditionell bereits gut ausgebaut, deren Potenziale aber bislang in grenzüberschreitender Hinsicht noch nicht wirklich entwickelt sind (Geowissenschaften, Nanowissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften etc.) 

Folgende thematische Bereiche stehen im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der Wissensregion am Oberrhein:

  • Elektrotechnik
  • Energie (energetische Effizienz und nicht-fossile Energien)
  • Geowissenschaften
  • Governance, Recht und Europäische Integration
  • „Grüne Chemie“, Agrarwissenschaften und Umwelt
  • Informationstechnologien/Informatik sowie Medien und Medientechnologie
  • Kultur, Geschichte, Sprache und Identität
  • Life Sciences & Gesundheit
  • Maschinenbau (Automobilzulieferer, Spezialmaschinen)
  • Material- & Nanowissenschaften
  • Mathematik
  • Optik & Photonik

Umsetzung durch das Projekt “Koordinator der Säule Wissenschaft”

Zentrale Maßnahme des Projektes ist die Schaffung einer praktischen Unterstützungs- und Servicefunktion für die Akteure der Säule Wissenschaft durch Einsetzen eines Koordinators. Der Koordinator wird – unter Leitung eines Projektbeirats der kofinanzierenden Partner - die Verwirklichung der folgenden Maßnahmen koordinieren:

1. Materielle Projektkomponente: Durchführung einer zweistufigen Potenzialstudie:

a.) Qualitative und quantitative Bestandsaufnahme der auf unterschiedlichen institutionellen und fachlichen Ebenen vorhandenen Wissenschafts- und Forschungskapazitäten (Basis: Karte Wissenschaft und Forschung am Oberrhein)

b.) Identifizierung komplementärer grenzüberschreitender Wissenschafts- und Forschungsprofile (thematisch und akteursbezogen) sowie Erarbeitung geeigneter Handlungsansätze für deren nachhaltige synergetische Entwicklung (Spezifizierung der realisierbaren grenzüberschreitenden Mehrwerte in qualitativer und quantitativer Hinsicht unter besonderer Betonung der Hochschularten übergreifenden Sicht)

2. Funktionale Projektkomponente: Erschließung der identifizierten Potenziale durch gezielte Vernetzungsaktivitäten:

a.) Organisation von grenzüberschreitenden Vernetzungstreffen und Tagungen mit Hochschularten und Ausbildungsstufen übergreifendem Charakter als Grundlage für die Entwicklung innovativer Kooperationsansätze (Netzwerkbildung und Netzwerkausbau) – Schnittstelle zur Wissenschaftsoffensive

b.) Entwicklung und Durchführung eines zielgruppenspezifischen Schulungs-/ Coaching-Konzepts zur Förderung und Begleitung neu geschaffener grenzüberschreitender Vernetzungsansätze (Überwindung funktionaler Engpassfaktoren durch Vermittlung der unterschiedlichen Wissenschafts- und Forschungssysteme bzw. –kulturen,)

c.) Organisation einer jährlichen TMO-Wissenschaftswoche zur Stärkung der internen Kohäsion und zur Verbesserung der externen Visibilität der Säule Wissenschaft (Schnittstelle zur Wissenschaftsoffensive)

d.) Öffentlichkeitsarbeit (in enger Abstimmung mit dem Projektträger der Wissenschaftsoffensive)

e.) Unterstützung des gutachterlichen Bewertungsprozesses von Projektvorschlägen, die im Rahmen der Wissenschaftsoffensive generiert werden (in Kooperation mit dem Projektträger der Wissenschaftsoffensive)

3. Strukturelle Projektkomponente: Entwicklung einer Governance-Struktur für die Säule Wissenschaft:

a.) Konstituierung eines Wissenschaftlichen Beirats als übergeordnetes Steuerungsgremium der Säule Wissenschaft, das – in enger Abstimmung mit dem Projektbeirat - die Umsetzung des Strategiepapiers der Säule Wissenschaft sicherstellt.

b.) Vorbereitung, Steuerung und Monitoring eines jährlichen Arbeitsprogramms der Säule Wissenschaft (Basis: Strategiepapier der Säule Wissenschaft)

c.) Interne Koordination und Vernetzung der Säule Wissenschaft mit den anderen Säulen und Akteuren der TMO sowie mit dem Projektträger der Wissenschaftsoffensive (SEZ-Projekt)

d.) Kontaktpflege mit verschiedenen Entscheidungsebenen (national, europäisch, ggf. international)

Wirtschaftliche Entwicklung durch Innovation und Kreativität

Der 12. Dreiländerkongress fand am 2. Dezember 2010 in Basel zum Thema "Bildung, Forschung und Innovation" statt.

650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung und hochrangige Politiker führten die bisherige Facharbeit zusammen und diskutierten über das Potenzial und die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Wissensregion Oberrhein. Die Oberrheinregion weist ein sehr hohes Potenzial in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation auf. Sie zeichnet sich durch eine einzigartige Vielfalt bei höchster Qualität aus und zählt mit ihren 170'000 Studierenden, 20'000 Forschern, 167 Forschungseinrichtungen, vielen innovativen Unternehmen und zahlreichen Beschäftigten in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen zu den leistungsstärksten Regionen Europas. Auch die grenzüberschreitende Vernetzung in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation leistet einen wichtigen Beitrag dazu. Es existieren bereits heute rund 120 grenzüberschreitende Projekte und Maßnahmen wie zum Beispiel zahlreiche bi- oder trinationale Studiengänge, grenzüberschreitende Cluster oder thematische Kooperationen im Bereich der Lehre und Forschung. Bildung ist eine Grundvoraussetzung für die Schaffung einer innovationsbasierten Gesellschaft. Mit dem 12. Dreiländerkongress erfolgte eine Bestandesaufnahme zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation am Oberrhein und eine Definition des zukünftigen Handlungsbedarfs. An der Veranstaltung im Kongresszentrum der Messe Basel wurden die Ergebnisse der Vorbereitungsarbeiten der neun Arbeitsgruppen präsentiert und eine Vielzahl von Projektideen erörtert. Insbesondere Gegenstand der Diskussionen waren die Lancierung einer Wissenschaftsoffensive, aber auch eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Berufsbildung, Weiterbildung, Dialog Schule-Wirtschaft, Mobilität der Lehrenden und Studierenden, interkulturelle Kommunikation sowie Strategien zur Gewinnung von Fachkräften und Talenten. Die Träger des Trinationalen Metropolregion Oberrhein verabschiedeten eine gemeinsame Willenserklärung, in der sie sich insbesondere zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Rahmenbedingungen ausgesprochen haben und mit der sie Handlungsempfehlungen und mögliche Projekte für die weitere Zusammenarbeit skizzierten.

Die Vorbereitungs- und Organisationsarbeiten für den 12. Dreiländerkongress wurden durch die Interkantonale Koordinationsstelle bei der REGIO BASILIENSIS durchgeführt.

http://www.congress2010.ch/