Förderfähigkeitsprüfung und Gutachterverfahren

Das Verfahren zur Auswahl der WO-Vorhaben erfolgte in zwei Stufen:

1) Interessierte Projektkonsortien füllten mit Unterstützung des SEZ zunächst den zweiteiligen WO-Kurzantrag aus. Dieser setzte sich aus einer kurzen Darstellung der Projektinhalte (Partnerschaft, Ziele, Maßnahmen, Kosten- und Finanzierungsplan) - Teil 1 - sowie einer Reihe von Angaben zu den WO-Querschnittskriterien - Teil 2 - zusammen. Auf der Grundlage dieser Angaben erfolgte eine Förderfähigkeitsprüfung durch INTERREG IV Oberrhein sowie eine wissenschaftliche Begutachtung durch unabhängige Experten.

2) Die im Rahmen der ersten Stufe ausgewählten Projektideen erarbeiteten mit Unterstützung des SEZ einen vollständigen INTERREG-Antrag. Dieser enthielt ausführliche Angaben zu den Details des grenzüberschreitenden Vorhabens und umfasst auch die konkreten Modalitäten der Förderung aus WO-Mitteln. Auf der Grundlage des vollständigen Antrags wurde schließlich die WO-Förderung erteilt.

Die Auswahl der Projekte orientierte sich an folgenden Kriterien:

  • Innovativer Charakter des Projektes
  • Wissenschaftlicher Mehrwert der Projektidee
  • Methodik und Arbeitsplan
  • Qualität und geographische Ausgewogenheit des Konsortiums
  • Mehrwert für die TMO bezüglich gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Problemstellungen
  • Anwendungsmöglichkeit der Forschungsergebnisse

Förderfähig waren Projekte, die sich von der Strategie der Säule Wissenschaft ableiten und folgende Themenbereiche abdecken:

  • Governance, Recht, wirtschaftliche Entwicklung, Europäische Integration
  • Kultur, Geschichte, Sprache, Identität
  • Informations- & Medientechnologien, Kreativwirtschaft
  • Fahrzeug- & Maschinenbau, Transport, Logistik
  • Life Sciences & Gesundheit
  • „Grüne Chemie“, Agrarwissenschaften, Umwelt
  • Energie (energetische Effizienz, erneuerbare Energien)
  • Material- & Nanowissenschaften
  • Geowissenschaften
  • Optik, Photonik

Generelle Projektanforderungen im Rahmen des Projektaufrufs waren:

  • Der Sitz des Koordinators muss in der TMO liegen.
  • Organisationen außerhalb der TMO-Region können als assoziierter Partner am Projekt mitwirken.
  • Zuwendungsfähig sind staatliche Akteure auf dem Gebiet der Wissenschaft: Universitäten, (Fach-)Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Institute in staatlicher Trägerschaft und F&E-Einrichtungen, die überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.
  • Die Teilnahme von Unternehmen, Clusterinitiativen und Netzwerken an den TMO-WO-Vorhaben wird ausdrücklich begrüßt und im Rahmen des Gutachterverfahrens positiv berücksichtigt. Eine finanzielle Förderung dieser Partner im Rahmen der TMO-WO ist allerdings ausgeschlossen.
  • Die Laufzeit der Projekte darf drei Jahre nicht überschreiten.
  • Förderfähig sind Projekte mit einem Gesamtbudget von bis zu 2,5 Millionen €.
  • Der Kofinanzierungsbeitrag aus regionalen öffentlichen WO-Mitteln ist pro Projekt auf max. 250.000 € begrenzt. 50 % des Gesamtprojektvolumens werden zudem aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms INTERREG IV Oberrhein getragen.
  • Es wird vorausgesetzt, dass die zuwendungsbegünstigten Projektpartner eine finanzielle Eigenleistung von insgesamt mind. 20% des Gesamtprojektvolumens einbringen.

Das Steinbeis-Europa-Zentrum unterstützte die Projektträger bei der Antragskonzeption und ist ihnen bei der administrativen Umsetzung ihrer Projekte sowie beim Transfer der erzielten Ergebnisse in Bezug auf deren wirtschaftliche und gesellschaftliche Verwertung behilflich.

 

Am Ende des Auswahlprozesses wurden die folgenden sieben Projekte im Rahmen der Wissenschaftsoffensive in die Förderung durch das INTERREG Oberrhein-Programm aufgenommen:

Neurogenese und Neuroprotektion zur Prävention neurologischer Erkrankungen oder der Wiederherstellung neurophysiologischer Funktionen

Partner: Université de Strasbourg, CNRS, Universitätsklinikum Freiburg

Das Projekt zielt auf das Verständnis der Krankheitsmechanismen und die Entwicklung von therapeutischen Lösungen zur effektiven Verhinderung oder Beseitigung derjenigen Schäden ab, die für neurodegenerative Erkrankungen, wie Alzheimer oder motorische und schmerzhafte Nervenleiden, verantwortlich sind.

Volumen: 2.189.206 €, davon 1.094.603 € EFRE und 250.000 € regionale Mittel

Chirale poröse Kristalle für die Racematspaltung

Partner: Karlsruher Institut für Technologie, CNRS, Technische Universität Kaiserslautern

50% der heutzutage in mehr als 50 Millionen Operationen verabreichten Menge flüchtiger Anästhetika sind wenig bis gar nicht aktiv. Dies kann zu Nebenwirkungen und längeren Rekonvaleszenzzeiten führen. Mit Hilfe von neuen hochporösen Materialien will dieses Projekt den aktiven Teil der Anästhetika isolieren.

Volumen: 843.200 €, davon 421.600 € EFRE und 250.000 € regionale Mittel

Innovationen für eine nachhaltige Biomassenutzung in der Oberrheinregion

Partner: Karlsruher Institut für Technologie, Universität Freiburg, CNRS, Université de Strasbourg, Université de Haute-Alsace, Universität Koblenz-Landau, ENGEES, ASPA, Fachhochschule Nordwestschweiz, Universität Basel

Das Projekt hat die Förderung einer nachhaltigen Biomassenutzung am Oberrhein zum Ziel. Ein trinationales wissenschaftliches Netzwerk untersucht alle Etappen der Wertschöpfungskette, um Entwicklungsszenarien zu erstellen, potentielle Auswirkungen zu analysieren, und einen Leitfaden zur Biomassenutzung zu erarbeiten.

Volumen: 1.945.862 €, davon 845.431 € EFRE und 250.000 € regionale Mittel

Genetische Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen

Partner: CIE-CERBM – Institut Clinique de la Souris, Universitätsklinikum Heidelberg, European Molecular Biology Laboratory, Universität Heidelberg

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind eine der Haupttodesursachen beim Menschen. Die Auswirkungen mehrerer relevanter genetischer Varianten sollen hier genau definiert werden. Diese bessere Kenntnis der Gene und ihrer Wirkungsmechanismen ermöglicht die Entwicklung individualisierter Präventions- und Behandlungsansätze.

Volumen: 1.122.520 €, davon 561.260 € EFRE und 250.000 € regionale Mittel

Manifestationen seltener Krankheiten im Mund- und Zahnbereich : Aussichten für Diagnose und Therapie

Partner: Université de Strasbourg, CIE-CERBM, Hôpitaux Universitaires de Strasbourg, Universitätsklinikum Freiburg, Universität Heidelberg

Pathologien oder Anomalien des Mund- und Zahnbereichs sind oft Ausdruck seltener genetischer Krankheiten. Das Projekt verbindet klinische, genetische, biologische und bio-informatische Ansätze um die Kenntnis dieser Pathologien, die Diagnosequalität, den Zugang zur Versorgung und die Behandlung der Patienten zu verbessern.

Volumen: 1.971.342 €, davon 985.671 € EFRE und 250.000 € regionale Mittel

Oberrhein im Gebrauchsfilm : Projektionen von Erinnerung, Geschichte und Identitäten 1900-1970

Partner: Université de Strasbourg, Universität Heidelberg

Durch die vergleichende Analyse des Inhalts und der Nutzung verschiedener Arten von Dokumentarfilmen zum Oberrheingebiet zwischen 1900 und 1970, soll die Entwicklung der Gesellschaften beiderseits des Rheins nachvollzogen werden. Die Ergebnisse werden im Rahmen mehrerer Vorführungsreihen präsentiert.

Volumen: 743.896 €, davon 371.948 € EFRE und 162.000 € regionale Mittel

PLAN-EE ein GIS-basiertes Planungstool für erneuerbare Energien

Partner: Universität Koblenz-Landau, Karlsruher Institut für Technologie, Université de Strasbourg, CNRS

Das Projekt verfolgt die Entwicklung eines Planungstools zur Erstellung von Szenarien für eine ideale Nutzung erneuerbarer Energien am Oberrhein. Es umfasst sowohl die Analyse der bestehenden technischen Potenziale, als auch deren Akzeptanz durch die Bevölkerung und die sozio-ökonomischen Konsequenzen ihrer Nutzung.

Volumen: 936.354 €, davon 468.177 € EFRE und 186.957 € regionale Mittel